Papst fordert Rückkehr zu Worten Jesu bei der Messe PDF Drucken E-Mail
Dienstag, den 24. April 2012 um 18:21 Uhr

Wandlung1Bonn (KNA) Papst Benedikt XVI. hat die deutschen Bischöfe aufgefordert, dafür zu sorgen, dass bei Messfeiern wieder die ursprünglichen Worte Jesu gesprochen werden.

In der sogenannten Einsetzungsformel müsse es künftig gemäß dem Urtext heißen: „...mein Blut, das für Euch und für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden."

In einem am Dienstag in Bonn veröffentlichten Brief an den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, betont der Papst, dass die seit der Liturgiereform von 1970 übliche Formel „für Euch und für alle" eine interpretierende Übersetzung sei.

(Bild: Ein Priester der FSSPX bei der Wandlung)

Die Absicht und Aussage dieser Interpretation sei zwar begründet gewesen, führt der Papst aus. Die Kirche dürfe aber aus prinzipiellen theologischen Gründen diese Worte nicht gleichzeitig übersetzen und sie interpretieren.

Die Auslegung müsse „an der Treue zum Wort selbst gemessen werden". Der bibelwissenschaftliche Konsens über die sprachlichen Wurzeln sei „inzwischen zerbröckelt; er besteht nicht mehr", so Benedikt XVI.

In manchen Übersetzungen biblischer Texte seien „Banalisierungen unterlaufen, die wirkliche Verluste bedeuten", führt der Papst aus. So sei auch ihm persönlich im Lauf der Jahre deutlich geworden, dass das Prinzip der nicht wörtlichen Übersetzung „seine Grenzen" habe.

Er mahnt die Bischöfe in dem Schreiben, die Gläubigen gründlich auf die Rückkehr zu den Originalworten Jesu vorzubereiten, damit sie diese Veränderung nicht als Bruch empfinden.

Sie müssten deutlich machen, dass die Kirche mit diesem Schritt keineswegs ihre Lehre ändere und dass es nicht darum gehe, das Erbe des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) zu zerstören.

Ohne eine solche vorbereitende Unterweisung (Katechese) der Gläubigen könne die Rückkehr zur alten Formel nicht in Kraft treten. Das Schreiben schließt mit den Worten: „Ich darf hoffen, dass die Katechese bald vorgelegt wird." Sie solle Teil der „gottesdienstlichen Erneuerung" werden, um die sich das Konzil von Anfang an bemüht habe.

Benedikt XVI. kündigte an, sein Brief werde an alle Bischöfe des deutschsprachigen Raumes gehen, also auch nach Österreich und in die Schweiz. Die Deutsche Bischofskonferenz teilte mit, der Ständige Rat habe den Brief bei seiner Sitzung am Montag erörtert. Inhalte wurden zunächst nicht bekannt.

Benedikt XVI. erläuterte, er sei sich bewusst, dass das Anliegen „eine ungeheure Herausforderung an alle bedeutet, denen die Auslegung des Gotteswortes in der Kirche aufgetragen ist".

Für den normalen Gottesdienstbesucher müsse es „fast unvermeidlich als Bruch mitten im Zentrum des Heiligen" erscheinen. „Sie werden fragen: Ist nun Christus nicht für alle gestorben? Hat die Kirche ihre Lehre verändert? Kann und darf sie das? Ist hier eine Reaktion am Werk, die das Erbe des Konzils zerstören will?" Der Papst verneint diese Fragen ausdrücklich und bittet die Bischöfe um Mithilfe bei der Vermittlung an die Gläubigen.

Kommentar: Wie war das doch noch: Erzbischof Zollitsch und andere deutsche Bischöfe (allen voran der Regensburger Oberhirte) sprachen im Zusammenhang mit der Priesterbruderschaft St. Pius X. stets von "Gehorsam gegen Rom", den man einfordere. Nun, damit scheint es in den eigenen Reihen nicht sehr weit her zu sein.

Die Aufforderung, die Wandlungsworte richtigzustellen, erging bereits im Jahr 2006; genau gesagt forderte Kardinal Arinze, der Präfekt der Gottesdienstkongregation, in einem Schreiben vom 17. Oktober 2006 dazu auf, diesen Missstand zu beenden.

Mehr als ein halbes Jahrzehnt ist seitdem vergangen. Was hat sich in Deutschland diesbezüglich geändert? Nichts. Ist das der Gehorsam gegenüber Rom, den man bei der Piusbruderschaft so vermisst?

Dank dem Papst, der hier völlig zu Recht auf der Korrektur einer haarsträubenden Falschübersetzung besteht.

Sonderbar mutet nur der Absatz mit dem Konzil an: "Sie müssten deutlich machen, dass die Kirche mit diesem Schritt keineswegs ihre Lehre ändere und dass es nicht darum gehe, das Erbe des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) zu zerstören."

Wird hier ein direkter Zusammenhang zwischen dem "für alle" und der Allerlösungstheorie seit dem Konzil hergestellt? Scheinbar ja. Dann sind aber die postkonziliaren Bischöfe wahrlich in einer Zwickmühle.

Denn sie können nicht "für viele" sagen und "für alle" predigen. Wenn die Gläubigen bei den lauten Volksaltar-Gedächtnisfeiern plötzlich "für viele" hören, werden nämlich wie von selbst all jene Fragen auftauchen die man über Jahrzehnte geflissentlich verdrängt hat, um ja "modern-christlich-korrekt" zu predigen:

"Kommen denn nicht alle Menschen in den Himmel?" – "Gibt es doch die Möglichkeit verworfen zu werden?" – "Ist die Hölle doch keine Erfindung des finsteren Mittelalters?"  –"Sollte ich doch einmal meine schweren Sünden beichten, um nicht ewig verdammt zu werden?"

Aber diese Fragen sind mehr als heilsam, vor allem für den, der sie stellt.

Hoffentlich meint Papst Benedikt also mit "Erbe des II. Vatikanischen Konzils" nicht die Allerlösungstheorie. Denn genau diese könnte mit dem "für viele" erfolgreich von Grund auf zerstört werden.

Dann wäre die nachkonziliare Verkündigung wenigstens in diesem Punkt wieder voll und ganz dem entsprechend, was die Grundlage jeder Verkündigung bildet: dem Evangelium Jesu Christi. Darin wird nämlich über 50 Mal vor der Hölle gewarnt. Und für alle, die es nicht wissen sollten: Die Bibel ist nachweislich nicht im Mittelalter geschrieben. 


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