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ROM (pius.info/KNA) Die Kritik an den umstrittenen Texten des Konzils wird auch in Rom immer offener ausgesprochen.
Nachdem bereits Mgr. Brunero Gherardini, Ordinarius der Ekklesiologie an der Päpstlichen Universität des Lateran und Dekan der italienischen Theologie, offen Kritik am Konzil geübt hat ("Das zweite Vatikanische Konzil – Ein ausstehender Diskurs"), folgt mit Walter Brandmüller (Bild) nun ein Kardinal der Kurie.
Der deutsche Würdenträger äußerte sich anlässlich der Vorstellung eines Buches über Benedikt XVI. und das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965):
Bezüglich der Konzilsdokumente über den interreligiösen Dialog und die Religionsfreiheit sagte der Kardinal, die entsprechenden Aussagen des Konzils besäßen keinen „dogmatisch bindenden Inhalt".
Es handele sich bei den Dokumenten „Nostra Aetate" und „Dignitatis Humanae" um „Erklärungen". Diese müsse man als Ausdruck des lebendigen Lehramtes „ernst nehmen", ohne „die ganze Kirche binden zu wollen, damit sie diese Formel akzeptiert", sagte der Kardinal.
Man könne daher über diese Dokumente reden.
Ausgangspunkt eines „fruchtbaren Dialogs" mit der Piusbruderschaft müsse die Erkenntnis sein, dass jedes Konzil im historischen Zusammenhang gesehen werden muss, hob Brandmüller hervor.
Zudem müsse der unterschiedliche kirchenrechtliche Charakter der Dokumente des Zweiten Vatikanums in Rechnung gestellt werden.
Es gelte etwa, den großen Unterschied zwischen dem Konzilsdokument über die Kirche, das in der kirchenrechtlichen Form einer „Konstitution" verfasst sei, und der bloßen „Erklärung" über die Massenmedien zu berücksichtigen.
Brandmüller berief sich in seiner Einschätzung auf den Münchener Kirchenrechtler Klaus Mörsdorf (1909-1989).
Zudem hofft der Kardinal auch auf einen erfolgreichen Abschluss der vatikanischen Einigungsbemühungen mit der traditionalistischen Piusbruderschaft.
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