Das Opfer der Messe PDF Drucken
Freitag, den 10. August 2012 um 15:28 Uhr

mller gerhardludwigErzbischof Müller verteidigt in seinen Schriften den Opfercharakter der hl. Messe. Ob seine Erklärungen dieses Opfercharakters aber mit der Lehre der Kirche in Einklang zu bringen sind, darüber kann man zumindest streiten.

Pius XII. beschreibt in seiner Enzyklika Mediator Dei das Wesen der Messe auf folgende Weise: „Es muss immer wieder betont werden: Das eucharistische Opfer ist seiner Natur nach eine unblutige Hinopferung des göttlichen Opferlammes, was auf geheimnisvolle Weise durch die Trennung der heiligen Gestalten und durch ihre Darbringung an den ewigen Vater zum Ausdruck kommt.“ Danach besteht das Opfer der Messe in der Doppelkonsekration, durch die Leib und Blut Christi im sakramental getrennten Zustand gegenwärtig gesetzt werden.

In seiner Dogmatik knüpft Müller dagegen eng an die von Pius XII. abgelehnten Theorien von Odo Casel an, wenn er schreibt: „In der Eucharistie wird das Kreuzesopfer sowohl in seiner historischen Einmaligkeit wie in seiner aktuellen und nicht mehr aufzuhebenden Gültigkeit präsent (Ineinanderfügen der Dimensionen von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft). Da das eigentliche Subjekt der Eucharistiefeier identisch ist mit dem Subjekt des Kreuzesopfers, bringt Jesus sich in der von ihm gestifteten Symbolhandlung seiner Gemeinde selbst in Erinnerung und vermittelt seine Gegenwart. Die Eucharistie ist nicht eine subjektive Gedächtnisfeier der Jünger, in der sie sich an Jesus erinnern. Die Eucharistie ist vielmehr ein objektives Realgedächtnis: Jesus, an den gedacht wird, vergegenwärtigt sich selbst in Wort und Mahlfeier. So lässt er die Jünger an seiner Selbsthingabe an den Vater im Hl. Geist und an seiner pneumatisch vermittelten Koinonia/Communio mit dem Vater … teilhaben.“

Danach scheint die Eucharistie wesentlich ein Mahl zu sein, bei dem eines Opfers gedacht wird. Eine Opferhandlung, eine neue Aufopferung Jesu Christi gibt es nicht. Das ist eine Umkehrung der katholischen Lehre, nach der die Messe ein Opfer ist, dem sich ein Mahl – die hl. Kommunion – anschließt. Die Rede vom objektiven Realgedächtnis geht auf Casel zurück, der damit wohl der Verurteilung Trients entgehen wollte, nach der die Messe kein bloßes Gedächtnis (nuda commemoratio) sei.

Müller schreibt zwar noch: „Die Eucharistie ist nichts anderes als das Kreuzesopfer im Modus seiner sakramentalen Gegenwart“, aber dies bedeutet wieder nur: Jesus „schenkt sich durch die eucharistischen Gaben seiner Kirche als der menschgewordene, gekreuzigte und auferstandene Sohn des Vaters im Geist … und macht dadurch die Kirche zu dem, was sie ist, zum Leib Christi.“ (Vgl. in der Dogmatik die Seiten 706-709)

In seinem Buch Die Messe – Quelle christlichen Lebens erwähnt Müller zwar die Meinung, das sakramentale Zeichen der Messe bestehe in der getrennten Darbietung von Leib und Blut Christi, tut dies aber als bloße Konzeption einzelner Theologen ab (vgl. S. 121), während es in Wirklichkeit die ausdrückliche Lehre Pius XII. ist. Es ist überhaupt bezeichnend, dass die bedeutende Enzyklika Mediator Dei hier unerwähnt bleibt und nicht zur Erklärung des Opfercharakters der Messe herangezogen wird.

Seine eigene Theorie legt Müller folgendermaßen dar: „Wir sehen darum das sakramentale Zeichen des Opfers Christi und der Kirche in der vergegenwärtigenden und gedenkenden Verkündigung der Heilstaten Gottes (Anamnese). Gemäß dem Auftrag Jesu Christi vollzieht sich dies in der Worthandlung des heiligen Mahles, wenn wir im Wort über die Gaben (eucharistisches Hochgebet) aktuell in den Dialog der Liebe von Vater und Sohn im Geist eintreten und im Genuss der eucharistischen Speise die Liebe Gottes zu uns empfangen und in ihrer Kraft Gott liebend antworten können. Die heilige Messe ist also ein Opfer im Wort Christi, der das Wort Gottes an uns ist und unsere Antwort zu Gott hinträgt, indem er Wort und Antwort in seiner Person untrennbar verbindet“ (S. 125).

Die Messe scheint hier also wesentlich ein Mahl zu sein, bei dem des Opfers Christi gedacht wird und das wegen der Gegenwart Christi und der Verkündigung seines Todes irgendwie gegenwärtig ist. Auch S. 196 schreibt er, es gehe um die „Vergegenwärtigung des Kreuzesopfers  … durch das Wort, in besonderer Weise im eucharistischen Hochgebet“.

Die überlieferte Messe hat die Struktur: oblatio (Darbringung) – immolatio (sakramentale Schlachtung) – consummatio (Kommunion). Die neue Messe scheint dagegen eher den Aufbau Segnung der Nahrungsmittel – gedenkende Danksagung – Brotbrechen und Essen zu haben. Zu diesem neuen Schema passen auch die Ausführungen Bischof Müllers.

 


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