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Am Tage nach St. Anselm wird das Fest der heiligen Päpste Soter und Caius begangen.
Der aus dem zwischen Rom und Neapel gelegenen Fundis stammende hl. Soter ist der Nachfolger des hl. Anicetus (17.4.) auf dem Throne Petri gewesen. Er leitete die ihm von Christus anvertraute Herde von 166 bis 174. In jener Zeit verließ der zu häretischen Lehrmeinungen abgefallene Tatian die Stadt Rom (s. 14.4.).
Der hl. Soter ging auch gegen die damals vom kleinasiatischen Phrygien aus sich verbreitende Irrlehre des Montanismus vor. Ein ehemaliger Götzenpriester der Kybele namens Montanus, der sich für den Parakleten ausgab, verkündete das nahe Weltende und forderte seine Anhänger dazu auf, sich zum Martyrium zu drängen. Dies führte jedoch dazu, daß etliche, die sich selbst bei den Behörden als Christen anzeigten, im Angesicht tödlichen Schreckens abfielen, da nur das Ganzopfer, das von Gott selbst beschlossen ist, mit Hilfe des Heiligen Geistes aus Liebe zu Gott vollständig dargebracht werden kann. - Kleinasiatische Synoden verurteilten den Montanismus, und auch St. Soter verfaßte eine Abhandlung, die diese Irrlehre verwarf.
Der hl. Soter starb als Martyrer. Sein Nachfolger wurde der hl. Eleutherius (26.5.). - Gerühmt wurde die Liebestätigkeit Roms, das die christlichen Gemeinden in aller Welt von je her unterstützt, durch einen Dankesbrief des Bischofs von Korinth an Papst Soter.
Der ebenfalls am 22. April von der Kirche geehrte heilige Papst Caius (283 - 294) war der Nachfolger des aus dem Gebiet des alten Etrurien stammenden hl. Eutychianus (275 - 283). Dessen Pontifikat fiel noch in die unsicheren Zeiten der Soldatenkaiser, die von 235 bis 284 andauerten (vgl. 14.2.). St. Eutychianus soll dreihundertvierundzwanzig Martyrer eigenhändig bestattet haben, bevor er selbst zum Blutzeugen wurde. - Das Segnen von Früchten des Feldes sowie des Weinstockes soll auf ihn zurückgehen.
Der hl. Caius stammte aus Dalmatien. Er soll mit Kaiser Diokletian (284 - 305) verwandt gewesen sein. Dieser hieß ursprünglich Diocles, kam aus Dalmatien, war niederen Standes und stieg innerhalb des Heeres auf, bis er schließlich als Diokletian den Kaiserthron bestieg. In zahlreichen Kriegen konsolidierte er das römische Reich. Er verteilte die Regierung auf mehrere Herrscher, zwei Augusti und zwei - ihnen unterstellte - Caesaren. Er meinte das Reich innerlich durch einen von allen praktizierten, heidnischen Kult einen zu müssen und suchte ab 303 die heilige Kirche zu vernichten, obwohl selbst seine Gemahlin Prisca und seine Tochter Valeria dem Christentum zugeneigt waren. Auf die von Diokletian angeordnete Verfolgung hin flossen Ströme von Martyrerblut zur Bezeugung der Wahrheit. Wegen einer schweren Erkrankung dankte Diokletian zwei Jahre nach Beginn der Verfolgung ab, und er starb noch in demselben Jahr 313, in dem Kaiser Konstantin (306 - 337) durch den Erlaß des Mailänder Ediktes die Verfolgung beendete (s. 10.12.).
Der hl. Caius verschied bereits vor Beginn der diokletianischen Verfolgung. Wegen der zahlreichen Leiden, die er während seines Pontifikates zu erdulden hatte, wird er von der Kirche als Martyrer geehrt. Sein Nachfolger auf dem Throne Petri war der hl. Marcellinus (26.4.).
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