27. April - Petrus Canisius PDF Drucken E-Mail
Sonntag, den 27. April 2014 um 07:00 Uhr

Petrus Kanijs, lateinisch Canisius, wurde am 8. Mai 1521 zu Nijmegen als Sohn des Bürgermeisters der Stadt geboren. - In demselben Jahr wandte sich der hl. Ignatius von Loyola (31.7.), der Gründer des Jesuitenordens, Gott zu. Martin Luther (vgl. 5.7.) aber wurde exkommuniziert und verfiel anschließend der Reichsacht.

Petrus Canisius nahm bereits mit fünfzehn Jahren in Köln sein Grundstudium der Freien Künste auf. Zwei Jahre später, 1538, wurde er Baccalaureus, und noch einmal zwei Jahre darauf Magister. In Köln unterhielt er Beziehungen zu Vertretern der Devotio moderna, die uns bekannt sind vor allem durch das Buch von der Nachfolge Christi (s. 29.1.). St. Petrus Canisius war befreundet mit dem zwei Jahre jüngeren Laurentius Surius von Lübeck (gest. 1578), den er vom Protestantismus zur Kirche zurückführte. Laurentius wurde 1540 Karthäuser. In demselben Jahr gelobte der hl. Petrus Canisius Ehelosigkeit, doch wurde er nicht, wie ursprünglich von ihm beabsichtigt, ebenfalls Karthäuser. - In Rom erhielt 1540 die Gesellschaft Jesu, der vom hl. Ignatius gegründete Orden, die päpstliche Approbation.

Der hl. Petrus Canisius begann, in Köln Theologie zu studieren, und unterzog sich 1543 in Mainz ignatianischen Exerzitien beim hl. Petrus Faber. An seinem zweiundzwanzigsten Geburtstag gelobte Petrus Canisius der Gesellschaft Jesu Gehorsam und wurde als erster Deutscher darin aufgenommen. Um ihn herum bildete sich 1544 in Köln eine erste Gemeinschaft von Jesuiten in Deutschland. Sein Erbe verwendete Petrus Canisius zum Aufbau dieser Kölner Niederlassung und für wohltätige Zwecke.

Durch den hl. Petrus Canisius wurden freundschaftliche Beziehungen zwischen der Gesellschaft Jesu und dem Karthäuserorden hergestellt. Dies führte zur Begründung einer Verbindung beider: Der Ordensgeneral der Karthäuser sagte den Jesuiten zu, daß sie künftig geistlich teilhaben sollten an allen Verdiensten seines Ordens, und der hl. Ignatius verkündete 1544 dasselbe in bezug auf die von ihm gegründete Gesellschaft Jesu.

Die kleine Gemeinschaft der Kölner Jesuiten trat gegen Hermann V. von Wied (1515 - 1546, gest. 1552), den Erzbischof der Stadt, auf, der sich dem Protestantismus zugeneigt hatte, so daß dieser in seinem Amte durch den rechtgläubigen Adolph III. von Schauenburg (1546 - 1556) ersetzt wurde.

Den 1546 in Köln zum Priester geweihten, ersten deutschen Jesuiten sandte der hl. Ignatius nach Sizilien, um dort ein Jahr lang Theologie zu lehren. Am Tage seiner Profeß im Jahre 1549 wurde dem hl. Petrus Canisius eine Vision am Grabe des Apostelfürsten Petrus (18.1., 22.2., 29.6., 1.8.) zuteil: Er schaute, wie sich das Herz Jesu (vgl. 2.6.) mit all seinen Reichtümern ihm öffnete, damit er aus dieser Quelle des Heiles trinke.

Der 1549 in Bologna zum Doktor der Theologie Promovierte begann noch in demselben Jahr zu Ingolstadt, dem universitären Zentrum des katholischen Deutschland, als Professor zu unterrichten. Zeitweise nahm er als Theologe auch am Trienter Konzil (1545 - 1563) teil. Den hl. Petrus Canisius erwählte König Ferdinand I. (1530 - 1564; ab 1556 Kaiser) zu seinem Berater u.a. für den Reichstag von 1555, auf dem neun Jahre nach Luthers Tod der Augsburger Religionsfriede beschlossen wurde. Dieser richtete sich nach dem Grundsatz, daß der Landesherr die Konfession der Untertanen bestimme, „cuius regio, eius religio“; doch erhielten Andersgläubige zugleich das Recht auszuwandern. Am Wormser Religionsgespräch 1557 mit Philipp Melanchthon auf protestantischer Seite nahm Petrus Canisius auf Anordnung des Kaisers teil, obwohl er sich nicht viel davon erhoffte. Das Gespräch wurde abgebrochen wegen der Uneinigkeit der Protestanten untereinander. Den Wunsch Ferdinands, der Heilige möge das seit 1552 vakante Amt des Wiener Bischofs antreten, lehnte Petrus Canisius ab.

Stattdessen übernahm St. Petrus Canisius 1556 als Provinzial die Aufsicht über die Gesellschaft Jesu in Oberdeutschland, das vor allem durch seine von Gott gesegnete Tätigkeit den sich bereits allerorts ausbreitenden Protestantismus überwandt. Neue Kollegien wurden gegründet und bestehende erweitert. Der Orden verzeichnete zahlreiche Neuaufnahmen. In Oberdeutschland blühte das geschwächte, katholische Glaubensleben von der Gegenreformation gestärkt wieder auf. Im Zentrum dieses Aufschwunges stand der hl. Petrus Canisius, den Papst Leo XIII. (1878 - 1903) später den „zweiten Apostel Deutschlands nach Bonifatius“ nannte.

Die Reformation hatte sich ausgebreitet, und eines ihrer Kennzeichen waren Luthers Kleiner und Großer Katechismus von 1529. Auf Wunsch Ferdinands I. verfaßte St. Petrus Canisius einen katholischen Katechismus, der rasch Verbreitung fand. Ferdinand dachte an einen allein für das glaubensarm gewordene Wien bestimmten Katechismus, doch er erhielt den „Canisi“, der schon innerhalb des 16. Jahrunderts über zweihundert Auflagen erfuhr und gleichzeitig in zwölf Sprachen übersetzt wurde. Am Beginn stand ein 1555 für Priester lateinisch verfaßter Großer Katechismus.

Im Jahr darauf folgte eine vereinfachte Fassung desselben für Kinder und Jugendliche, ein Kleiner Katechismus, und 1558 eine Version, die zwischen den beiden früheren steht. In Gemeinden und Schulen wurde der Katechismus des Heiligen zur religiösen Unterweisung benutzt. Der Begriff „Canisi“ entwickelte sich zum Synonym für den katholischen Katechismus. - Wie segensreich wirkte es sich aus, wenn dieser Katechismus neu herausgegeben und von unseren Hirten wie den Gläubigen beherzigt würde!

Der hl. Petrus Canisius verfaßte Gebetbücher, er bemühte sich um Heiligenlegenden und gab Werke von Vätern der Alten Kirche heraus, so diejenigen des Alexandiner Patriarchen Cyrill (9.2.) und des Papstes Leo I. (11.4.). In seiner Auseinandersetzung mit der protestantischen Irrlehre vermied Petrus Canisius die seit Luther üblich gewordenen Beschimpfungen. Stattdessen verlangte der Heilige danach, sein Leben für die Irrenden hinzugeben, nur damit sie zur Wahrheit finden. In dieser Weise wirkte er als sog. Ketzerhammer. In Scharen führt er die Menschen zur heiligen Kirche zurück.

1569 legte der hl. Petrus Canisius das Amt des Provinzials nieder. Doch blieb er weiterhin für den Orden tätig. 1580 sandte man ihn ins katholisch gebliebene, schweizerische Freiburg, um dort ein Kolleg aufzubauen. Nachdem dies vollbracht war, sollte er 1585 wieder fort. Doch die Menschen der Stadt, auch Obrigkeit und Geistliche, wollten ihn nicht gehen lassen. Darum blieb er als Prediger bei ihnen.

1590 erlitt der Heilige einen Schlaganfall. Seitdem konnte er nur noch als Schriftsteller und Seelsorger tätig sein. Am 21. Dezember 1597 starb St. Petrus Canisius. Seitdem geschehen immer wieder Wunder auf die Anrufung seiner Fürbitte hin.


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