26. Mai - Hl. Philipp Neri, Hl. Papst Eleutherius PDF Drucken E-Mail
Montag, den 26. Mai 2014 um 07:00 Uhr

Philipp Neri, der fröhliche Heilige, wurde am 21. Juli 1515 in Florenz geboren, während sich dort gerade Leo X. (1513 - 1521) aufhielt, der der Familie der Medici (s. 10.5.) entstammte.

1533 verließ Philipp Florenz. Er sollte in St. Germano bei Monte Cassino (s. 21.3.) das Geschäft seines kinderlosen, wohlhabenden Oheims, eines Kaufmannes, übernehmen. Doch bald hatte sich Philipp Neri anders entschieden. Er ging als Laie ohne jeglichen Besitz nach Rom, um dort ganz Gott hingegeben zu leben. Er fand eine bescheidene Unterkunft bei einem Florentiner Edelmann, wo er bis zu seiner Priesterweihe blieb.

Von 1534 bis etwa 1538 studierte der hl. Philipp Neri Philosophie und Theologie, wobei er sich geistlich den Jesuiten verwandt wußte. Nachdem er aber diese Ausbildung abrupt beendet hatte, begann der Heilige unentgeltlich Kranke zu pflegen. Abends oder nachts betete er danach in einer der sieben Hauptkirchen oder der einzigen damals bekannten Katakombe Roms. Gleichgesinnte schlossen sich ihm an. - Im Gebet wurde dem hl. Philipp Neri einmal das Herz so weit, daß zwei Rippen sich nach außen bogen. Diese Form bewahrten sie, wie eine Untersuchung nach dem Tode des Heiligen zeigte.

Im Heiligen Jahr 1550 betreute Philipp Neri mit seinen Gefährten auch die nach Rom strömenden Pilger. In jener Zeit bemerkte man erstmals, daß Wunder durch ihn geschahen. - Philipp Neri heilte zahlreiche Kranke auf wunderbare Weise, er erweckte sogar Tote. Er schwebte bisweilen in Verzückung über dem Boden. Viele Weissagungen wurden von ihm bekannt. So sagte er die Wahl mehrerer Männer zu Päpsten vorher. Vielleicht stammen die sog. Papstweissagungen des hl. Malachias (s. 3.11.), deren Liste ursprünglich mit Medium corpus pilarum für Gregor XIII. (1572 - 1585) begonnen haben wird, von ihm.

Pippo Buono, der gute Philipp, wie die Römer ihn nannten, sammelte auch Kinder und Jugendliche um sich, wobei er sagte, er würde sie sogar Holz auf seinem Rücken spalten lassen, wenn sie nur nichts Böses täten. - Selbst sonst scheue Tiere scharten sich um ihn.

1551 ließ sich Philipp Neri auf Weisung seines Beichtvaters zum Priester weihen. Mit dreizehn anderen Weltpriestern zusammen bewohnte er fortan ein Haus bei St. Girolamo, das Herberge zur christlichen Fröhlichkeit genannt wurde oder auch Oratorium, Gebetsstätte; so bezeichnete man seit dem 6. Jahrhundert sonst Kapellen. Vier mal täglich wurde im Oratorium gepredigt, einmal jeweils über Kirchengeschichte und Heilige, zwei Mal über Moral. Es wurde aus geistlichen Werken vorgelesen. Gesang bildete den Abschluß. Auch der um 1525 geborene Giovanni Pierluigi da Palestrina, der Erneuerer der katholischen Kirchenmusik, lebte im Oratorium. Er starb 1594, ein Jahr vor St. Philipp Neri. Die Bezeichnung Oratorium für geistliche musikalisch-dramatische Werke kam auf, nachdem solche Musik von 1600 an bei den Oratorianern aufgeführt wurde.

Philipp Neris sonntäglicher Besuch der sieben Hauptkirchen Roms wurde von immer mehr Menschen begleitet. Man bereitete die Sonntagsmesse durch den Besuch von St. Peter (s. 18.11.) nach der samstäglichen Vesper vor. In St. Sebastian nahm man an der hl. Messe teil, wonach musiziert und gefrühstückt wurde. Nachmittags folgte der Besuch weiterer Hauptkirchen: St. Paulus vor den Mauern (s. 18.11.), St. Johann im Lateran (s. 9.11.), Hl. Kreuz zu Jerusalem und St. Laurentius vor den Mauern. Beschlossen wurde die Feier des Sonntags in Santa Maria Maggiore (s. 5.8.).

Mit Santa Maria in Vallicella erwarb die Gemeinschaft der Oratorianer eine erste Kirche. Seit sie durch einen Neubau ersetzt wurde, heißt sie Chiesa nuova, Neue Kirche.

1575 wurde die Kongregation der Oratorianer kanonisch errichtet. 1583 entstand ein erstes Oratorium außerhalb Roms, in Neapel. - Einen Generaloberen gibt es bis heute nicht, da die einzelnen Gemeinschaften selbständig sind. Sie bestehen aus Weltpriestern und Laien, die sich zur Befolgung der Evangelischen Räte zusammengeschlossen haben.

Der hl. Philipp Neri hatte großen Anteil an der Erneuerung der Kirche nach dem Konzil von Trient (1545 - 1563). Sein Schüler, der Kardinal Caesar Baronius, verfaßte 1588 bis 1607 die kirchengeschichtlichen Annales ecclesiastici zur Widerlegung der protestantischen Irrlehre im allgemeinen und der sog. Magdeburger Zenturien des Lutheraners Mathias Flacius Illyricus im besonderen. Philipp Neri war mit zahlreichen Kardinälen befreundet, so mit den hll. Karl Borromaeus (4.11.) und Robert Bellarmin (13.5.). Gregor XIV. (1590 - 1591) war sein Freund und Schüler. Philipp Neri war Beichtvater und Seelenführer Clemens VIII. (1592 - 1605) und bewegte diesen zur Wiederaufnahme Heinrichs IV. (1589 - 1610; katholisch ab 1593), so daß dieser König des von Kämpfen zwischen Katholiken und Hugenotten zerrissenen Frankreichs werden konnte, wodurch dort Friede einkehrte (vgl. 28.4.).

Im Frühjahr 1595 erkrankte der fröhliche Heilige, der nie ganz frei von Krankheit war, an einem Fieber. Am 26. Mai 1595, dem Fronleichnamstag (s. 24.5.) jenes Jahres, schien es ihm wieder besser zu gehen. Doch hatte er seinen Tod bereits für den Abend des Tages vorhergesagt. Nachdem der Heilige noch die hl. Messe zelebriert und Beichten abgenommen hatte, starb er ohne jeglichen Todeskampf.

Am 26. Mai wird ebenfalls des hl. Papstes Eleutherius (174 - 189) gedacht. Seiner Herkunft nach war er ein Grieche aus Nikopolis. Unter Anicetus (17.4.) hatte er das Amt eines Diakons.

Während des Pontifikates von Eleutherius gab es zwar Martyrien, doch wurde die Kirche nicht systematisch verfolgt, was nicht zuletzt dem Einfluß der Konkubine Marcia auf Kaiser Commodus (180 - 192) zuzuschreiben ist (vgl. 28.7.). - Der Priester und spätere Bischof Irenäus (3.7.) überbrachte ihm ein Schreiben der Martyrer von Vienna und Lugdunum (s. 17.4.).

Eleutherius sandte wohl auf Grund mangelnder oder unzutreffender Informationen über die Montanisten (s. 22.4.) Friedensbriefe nach Kleinasien. Doch dann nahm er diese zurück und bekämpfte, beraten durch den Antimontanisten Praxeas, die Irrlehre entschlossen.

Der hl. Eleutherius soll zwei Missionäre nach Britannien geschickt haben, um die ihn ein gewisser König Lucius, wohl das Oberhaupt eines britischen Stammes, bat, nachdem er sich dem Christentum zugewandt hatte. - Dieser ist nicht zu verwechseln mit dem hl. Lucius, dessen die Kirche am 3. Dezember gedenkt. Er entstammte den churraetischen Pritanni im Prättigau und wurde erster Bischof von Chur (vgl. 7.1.). Dieses Bistum wurde im 4. Jahrhundert gegründet. Da Lucius in den Listen fehlt, könnte er noch eher gewirkt haben; die traditionelle Datierung ins 2. Jahrhundert freilich beruht auf der Verwechslung mit dem britannischen König Lucius.



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