30. Mai - Hl. Papst Felix I., Hl. Johanna von Orleans PDF Drucken E-Mail
Dienstag, den 29. Mai 2012 um 21:54 Uhr

Der heilige Papst Felix I. (269 - 274) stammte wohl aus Rom. Er war Nachfolger des heiligen Papstes Dionysius (259 - 268), der wahrscheinlich griechischer Herkunft war. St. Dionysius diente zuvor als Priester unter St. Sixtus II. (6.8.). Die Ruhezeit nach der valerianischen Verfolgung (s. 19.1.) nutzte er, um die Ordnung in der Kirche wiederherzustellen. Er ließ dem von marodierenden Goten (vgl. 20.1.) verwüsteten Kappadokien in Kleinasien eine reichliche Geldspende zukommen, mit Hilfe derer einerseits der Wiederaufbau gefördert und andererseits der Freikauf von Gefangenen unterstützt werden konnte. - Dionysius gilt als der erste Papst, der nicht das Martyrium erlitt.

Unter dem Pontifikat des hl. Dionysius war es zu Lehrstreitigkeiten in Syrien gekommen. Seit 260 war Paulus von Samosata Bischof von Antiochia. Er gehörte zu den Vorläufern jener antiochenischen Schule der Theologie, die den Arianismus hervorbrachte (s. 2.5.). Paulus von Samosata lehrte, daß Jesus ein bloßer Mensch gewesen sei ohne eine naturhafte Verbindung mit dem göttlichen Logos. Vielmehr werde diese Verbindung erst durch seine Liebe begründet, die ihn willensmäßig mit Gott eine. - Nachdem 264 auf einer Synode über die Christologie des Paulus von Samosata verhandelt worden war, entlarvte ihn der antiochenische Priester Malchion auf einer weiteren Synode 268 endgültig als Irrlehrer. Paulus von Samosata wurde abgesetzt und exkommuniziert. Malchion berichtete darüber im Auftrag der Synode nach Rom.

Die Entfernung des Paulus von Samosata aus dem Amt konnte nicht vollständig durchgeführt werden, da die Herrscherin des Landes zu jener Zeit, Septimia Zenobia (266 - 272), an ihm festhielt. Paulus von Samosata war nämlich ein Procurator Ducenarius, ein ziviler Beamter der Zenobia, der Fürstin von Palmyra. Ihre Truppen hatten Gebiete des römischen Reiches von Kleinasien bis Ägypten besetzt, deren Loslösung vom Reich 267 erklärt wurde. So konnte sich Paulus von Samosata in seiner Stellung einigermaßen behaupten, bis Zenobia 272 von Kaiser Aurelian (270 - 275) besiegt und Palmyra zerstört wurde. - Kaiser Aurelian festigte und sicherte das in Auflösung geratene römische Reich. Allerdings plante er eine auch Verfolgung der Kirche, so daß er in beiderlei Hinsicht als Vorläufer Diokletians (284 - 305) erscheint (s. 22.4.). Aurelians Vorhaben einer Verfolgung wurde durch seine Ermordung 275 verhindert.

Erst zur Zeit des ab 269 amtierenden heiligen Papstes Felix I. konnte der Irrlehrer Paulus von Samosata also aus dem Amt entfernt werden. Doch hatte er in Antiochia noch immer Anhänger. Er wollte seine Sache nicht verloren geben und stritt gegen seinen Nachfolger, Bischof Domnus I. von Antiochia (270 - 273). Kaiser Aurelian aber erklärte, daß derjenige rechtmäßiger Bischof der Stadt sei, der sich in Übereinstimmung mit Rom befinde.

Es wird berichtet, daß die feierliche Einweihung von Kirchengebäuden auf St. Felix I. zurückgeht. Auch soll er die Zelebration der hl. Messe an Martyrergräbern am Jahrestag des Todes der Blutzeugen gutgeheißen haben. Der hl. Felix I. selbst wird als Martyrer geehrt wegen der vielen Leiden, die er während seines Pontifikates zu ertragen hatte. Er starb am 30. Dezember 274.

Am Tage der Erscheinung des Herrn (6.1.) wohl des Jahres 1412 wurde dem Schultheißen des lothringischen Dorfes Domremy, Jacques Tarc bzw. d’Arc, eine Tochter geboren, die den Namen Johanna erhielt. - Während ihrer ersten Lebensjahre unterschied sie sich nicht von den übrigen Kindern der Ortschaft, doch als sie dreizehneinhalb Jahre alt geworden war, da begann sie die Stimmen verschiedener Heiliger zu vernehmen, vor allem aber die des Erzengels Michael (8.5., 29.9.). Dieser forderte das Mädchen auf, dem bedrängten Frankreich beizustehen. Jahrelang sprach der Engel zu Johanna, bis er sie hieß, sich auf den Weg zu machen, um das seit 1428 belagerte Orleans zu befreien und Karl VII. die Krönung zu ermöglichen.

Frankreich befand sich zu jener Zeit im Krieg mit England. - Die französische Dynastie der Kapetinger (987 - 1328) war mit dem Tod Karls IV. (1322 - 1328) zu Ende gegangen (vgl. 25.8.). Die Königswürde erhielt daraufhin sein Vetter aus dem Hause Valois, der als Philipp VI. (1328 - 1350) den Thron bestieg. Nun hatte aber der englische König Eduard II. (1307 - 1327) Isabelle, die Schwester Karls IV., geheiratet, und der Sohn beider, Eduard III. (1327 - 1377), erhob Anspruch auf den französischen Thron. So brach der Hundertjährige Krieg (1339 - 1453) zwischen Frankreich und England aus. Über dies entstand unter König Karl VI. dem Wahnsinnigen (1380 - 1422) ein blutiger Zwist unter den französischen Hofparteien der Armagnacen und der Burgunder. Letztere verbündeten sich mit den Engländern, nachdem der Dauphin, der spätere König Karl VII. (1422 - 1461; gekrönt 1429), deren Oberhaupt, den Herzog Johann Ohnefurcht (1404 - 1419), hatte ermorden lassen. Nun war Frankreich von zwei Seiten bedrängt, von England, das den Norden des Landes bis zur Loire besetzt hielt, und von einem feindlichen Burgund, dessen Territorium sich zu jener Zeit weit nach Norden erstreckte (vgl. 30.3.); auch das lothringische Domremy lag darin.

Die Lage Frankreichs unter Karl VI. war so schwierig, daß dieser sich im Vertrag von Troyes 1420 bereitfand, seinen Sohn, den späteren König Karl VII., für illegitim zu erklären; anstatt seiner sollte der Engländer Heinrich V. (1413 - 1422) Frankreichs Krone erben. Doch starb Heinrich V. noch etwa sieben Wochen vor Karl VI. Daraufhin kam wiederum Karl VII. dem Siegreichen der französische Thron zu; allerdings konnte er zu jener Zeit nicht gekrönt werden, denn Reims lag in dem von den Engländern besetzten Gebiet. - Dies war die Situation, in dem das vom Erzengel Michael beauftragte Mädchen aus Domremy, aufbrach, um Frankreich Beistand zu leisten. Sie selbst nannte sich Jehanne la Pucelle, Johanna die Jungfrau. Ihr Ziel war es, das belagerte Orleans zu befreien und Karl VII. zur Krönung zu geleiten.

Im März 1429 erreichte die hl. Johanna Chinon, wo sich Karl VII. zu jener Zeit aufhielt. Sie wurde vorgelassen und legitimierte sich dadurch, daß sie dem Kronprinzen ein Geheimnis mitteilte, das nur dieser allein wissen konnte. Karl VII. ließ das Mädchen daraufhin noch drei Wochen lang von Theologen prüfen. Anschließend stellte er ihr eine kleine Streitmacht zur Verfügung, mit der sie sich nach Orleans begab. Wenige Tage nach ihrer Ankunft, am 7. Mai, stürmte sie an der Spitze der französischen Truppen das von den Engländern gehaltene Fort de Tourelles. Tags darauf, am Fest der Erscheinung des hl. Erzenengels Michael auf dem Monte Gargano, zogen die Engländer ab.

Johanna von Orleans kämpfte weiter. Ihr Sieg über die Engländer bei Patay am 18. Juni 1429 öffnete den Weg nach Reims. Daraufhin geleitete sie Karl VII. zur Krönung und stand mit ihrer Fahne am 17. Juli neben dem Dauphin, dem in der Kathedrale die Krone auf’s Haupt gesetzt wurde.

Ende August führte die hl. Johanna von Orleans ein französisches Heer gegen Paris, doch der Angriff am 8. September scheiterte, da die Stadt zu stark befestigt war. - Danach fand die heilige Jungfrau kaum mehr Unterstützung bei König Karl VII. und zog sich an die Loire zurück.

Als aber die Stadt Compiègne von den Burgundern belagert wurde, eilte die hl. Johanna im April 1430 zu Hilfe. Am 24. Mai unternahm sie mit fünfhundert Bewaffneten einen Ausfall, doch wurde die Truppe von den zahlenmäßig überlegenen Burgundern zurückgeschlagen. Der Kommandant der Stadt nun ließ die Zugbrücke hochziehen, bevor alle überlebenden Kämpfer Compiègnes wieder in Sicherheit waren. So geriet Johanna von Orleans in Gefangenschaft. - Manche vermuten Verrat, doch gibt es dafür keinen Anhaltspunkt.

König Karl VII. unternahm nichts, um die Heilige zu befreien. So wurde sie von den Burgundern an die mit ihnen verbündeten Engländer verkauft. Sie veranlaßten, daß der Heiligen als Ketzerin und Hexe zu Rouen der Prozeß gemacht wurde. Diesen führte Pierres Cauchon durch, der Bischof von Beauvais (1420 - 1432), in dessen Diözese Compiègne lag; der Bischofsstuhl von Rouen war zu jener Zeit vakant.

Der Prozeß begann am 9. Januar 1431. Es folgten vier Monate lang Verhöre und grausame Haft. Danach legte die Angeklagte, die sich glänzend verteidigt hatte, am 24. Mai ein Geständnis ab, wodurch sie der drohenden Todesstrafe entging. - Jedoch erklärte man sie vier Tage darauf für rückfällig: Die hl. Johanna hatte erneut Männerkleidung getragen; der Grund dafür ist nicht bekannt. Da dies aber zu den Anklagepunkten gehört hatte, sah man nun den Rückfall in die Ketzerei als erwiesen an. Da widerrief sie ihr Geständnis, wurde exkommuniziert und an ein weltliches Gericht überstellt (vgl. 4.8.), das sie am 29. Mai als unbelehrbare Ketzerin zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilte. Am 30. Mai, dem Vortag von Fronleichnam (s. 24.5.), wurde das Urteil auf dem Marktplatz von Rouen vollstreckt, die Asche der Toten danach in die Seine gestreut.

Etwa zwei Jahrzehnte später ließ Papst Calixtus III. (1455 - 1458) auf Bitten von Angehörigen der Heiligen den Prozeß erneut aufnehmen. Das Urteil wurde am 7. Juli 1456 aufgehoben und Johanna nachträglich für unschuldig erklärt. - 1909 wurde sie selig- und 1920 heiliggesprochen.

Der Hundertjährige Krieg endete mit dem Sieg Frankreichs. Karl VII. hatte sich 1435 im Vertrag von Arras mit Burgund unter Herzog Philipp dem Guten (1419 - 1467) ausgesöhnt. England verlor damit seinen Bundesgenossen. 1436 bis 1441 eroberte Karl VII. Nordfrankreich zurück, 1442 stieß er nach Südwesten vor, 1443 in die Normandie. 1449 bis 1453 vertrieb Karl VII. die Engländer endgültig vom Festland; sie behielten lediglich das bereits 1347 eroberte Calais, das erst 1559 wieder französisch wurde. - Der englische König Georg III. (1760 - 1820) gab 1802 offiziell den Anspruch auf die französiche Krone auf.



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